Eigentlich heißt sie Sophie. Doch ihren Kosenamen verdankt Rotkäppchen einem roten Mützchen. Es ist ein Geschenk ihrer Großmutter, die allein im Wald lebt. Den lieben langen Tag träumt Rotkäppchen davon, verrückte Dinge zu erleben und zu tanzen – und sie singt für ihr Leben gern. Weniger liebt sie es, ihrer Mutter in der Waldschenke „Zum heiteren Jäger“ auszuhelfen. Als die Jäger an diesem Morgen von der Jagd nach einem gefährlichen Wolf zurückkommen, erzählen sie, dass es Rotkäppchens Großmutter nicht gut gehe. Da lässt es sich Rotkäppchen von ihrer Mutter nicht ausreden, selbst in den Wald zu gehen, um ihr einen Korb voll Kuchen und Wein zu Genesung zu bringen. Schweren Herzens muss die Mutter sie ziehen lassen:
Und du gehst nicht vom rechten Weg ab!
Doch das Mädchen liebt die Freiheit. Außerdem wachsen in der Mitte des tiefen dunklen Waldes besonders gute Kräuter für ihre Großmutter… Da begegnet Rotkäppchen dem Wolf. Rotkäppchen hat Angst, aber wirklich Angst einflössend sieht der Wolf eigentlich nicht aus. Er ist aus dem Zoo ausgebrochen und möchte so gefährlich und so frei sein wie der Löwe, der König der Tiere. Rotkäppchen versucht, den Wolf zu überlisten, verrät dabei jedoch, dass sie auf dem Weg zu ihrer Großmutter ist. Er gelingt ihr zu flüchten, doch auch der Wolf macht sich auf zur Großmutter. Er verschlingt sie kurzerhand und legt sich in ihr Bett. Als Rotkäppchen bei der Großmutter ankommt, wundert sie sich über ihr Aussehen:
Großmutter, warum hast du so große Ohren? - Damit ich dich besser hören kann.
Und warum hast du so große Augen? - Damit ich dich besser sehen kann.
Und warum hast du so große Hände? - Damit ich dich besser packen kann.
Und warum hast du so einen großen Mund? - Damit ich dich besser fressen kann!
Und der Wolf frisst auch das Rotkäppchen. Zum Glück eilt kurz darauf Rotkäppchens Mutter herbei, gefolgt von den Jägern, die den Wolf aufschneiden und Rotkäppchen und ihre Großmutter befreien. Als die Jäger den Wolf töten wollen, hat Rotkäppchen Mitleid. Sie bittet, den Wolf wieder zuzunähen und ihn zurück in den Zoo zu bringen. Gemeinsam singen sie:
Dann rocken wir den Käfig vom Tag bis in die Nacht.
Der Zoo bleibt einfach offen und er wird nie zu gemacht.
Und alle Leute stehen bei seinem Käfig an,
und sehen, wie der Wolf da drinnen Walzer tanzen kann.
Ricardo Viviani is a director and choreographer based in Frankfurt am Main, Germany. He was born in São Paulo in 1960, studied Biology and Theater Direction at the Universidade de São Paulo, Ballet at the Balé Stagium, Joffrey Ballet School NYC and was on scholarship programs at various dance institutions in Brazil and USA. He danced as a soloist for the Balé da Cidade de São Paulo, Cisne Negro, Manuel Alum Dance Company and Nationaltheater Weimar, performed in the musicals ‚A Chorus Line’ and ‚Oh! Calcutta!’ on Broadway and international tours. As a choreographer he created for the independent theater and dance scene of São Paulo, New York and Cologne. For the past 10 years he's been concentrating in the relationship between dance, voice and theater; creating choreography for opera and musical in the theater companies of Weimar, Osnabrück, Heilbronn and Hagen; including performing in the CD recording of Hans Werner Henze's ‚Das Wundertheater’ and the staging of ‚Gegen die Wand’ by Ludger Vollmer.